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Angst, Wut und Traurigkeit sind in Paarbeziehungen eher Thema als das Empfinden von Demütigung, Verachtung und Beschämung. Oft liegt das daran, dass es dabei um Verletzungen des Selbstwertgefühls und - je nach Vorgeschichte - bis hin zu einem Gefühl von totaler Vernichtung geht. Das ist nur schwer auszuhalten, es darf quasi nicht gefühlt werden, erst recht nicht dem Partner/der Partnerin gezeigt werden. Stattdessen wird es fast schon reflexhaft durch Abblocken, Flucht oder aggressiver Verteidigung abgewehrt, ein Ausgangspunkt vieler destruktiver Interaktionszirkel zwischen Partnern („Teufelskreise“). Dieser Zusammenhang wird oft in der Paartherapie vernachlässigt.

Dabei ist es in einer engen Partnerschaft fast unausweichlich, dass die Partner sich an ihren individuellen Schamgrenzen berühren, oft unbewusst und unbeabsichtigt. Wie gehen die Paare mit ihrem unterschiedlichen Schamerleben und seiner Abwehr um? In der Eskalation von Konflikten können Sätze fallen, die den Anderen offensichtlich beschämen, ihn beleidigen, herabsetzen, verletzen. Aber auch die vielen subtilen Beschämungen, z.B. ironische oder wertende Bemerkungen („Du warst schon immer unzuverlässig, anstrengend, gefühllos …), können auf Dauer ein sowieso schon fragiles Selbstwertgefühl erschüttern („Ich bin nicht genug, falsch, der Liebe nicht wert“ …) und die emotionale Verbindung zerstören.

Ziele dieser Fortbildung

In diesem Seminar wollen wir den Blick für das vielfältige Phänomen von Scham und Beschämung bei Paaren schärfen, einen verständnisvollen Umgang mit den beschämten Anteilen der Partner*innen und schließlich hilfreiche paartherapeutische Interventionen vorstellen.

Ziele der paartherapeutischen Interventionen

  • die Auslöser von Scham in der Paarinteraktion identifizieren
  • das individuelle Schamerleben in seinen verschiedenen Ausprägungen erforschen
  • die „Teufelskreise“ erkennen, die sich durch die Abwehr von Scham wechselseitig verstärken
  • ein Empathisches Verstehen für das Erleben des/der Beschämten fördern
  • die hinter der Scham verborgenen Wünsche und Sehnsüchte erkennen
  • alltagstaugliche Tools für einen heilsamen Umgang mit Scham entwickeln, um die emotionale Verbundenheit zwischen Partner*innen wieder zu stärken.

Die Akkreditierung der Fortbildung ist bei der Psychotherapeutenkammer Hamburg beantragt (21 FE).

Termin

31. Mai bis 2. Juni 2024
Freitag 18 bis 21 Uhr, Samstag 10 bis 13.30 und 15.30 bis 19 Uhr, und Sonntag 10 bis 15 Uhr

Ort

Psychotherapeutische Praxis Dr. Dieter Teschke
Stresemannallee 86, HH-Lokstedt

Dozenten

Dr. Dieter Teschke
Anna Finne-Teschke

Kosten

420 Euro pro Person

Zur Anmeldung